Der große Lätzchen-Guide: Ab wann ist ein Lätzchen sinnvoll?

Der große Lätzchen-Guide: Ab wann ist ein Lätzchen sinnvoll?

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  • Beitrag zuletzt geändert am:4. August 2021

Spätestens, sobald dein Baby Beikost bekommt, geht die große Kleckserei los: Karottenflecken und Co. sind bei allen Kids vorprogrammiert, die mit vitaminreichen Pürees das Essen lernen. Am besten lassen sich Strampler und Bodys da mit einem Lätzchen schützen. Doch da stellt sich schon die Frage: Welches soll es sein? Und ab wann ist ein Lätzchen überhaupt sinnvoll?

Wie bei allem, was Babys betrifft, gibt es auch beim Fleckenschutz eine unerschöpfliche Auswahl: Vom Spucktuch oder simplem Frottee-Latz zum Umbinden, bis hin zum Silikon-Lätzchen mit Auffangschale oder gar einem wasserdichten Latz mit Ärmeln. Wir wollen dir einen kleinen Überblick geben, damit du das richtige Lätzchen für dein Baby findest.

Für die ganz Kleinen: Ab wann Lätzchen und Spucktuch verwenden?

Lätzchen sind in allen Größen erhältlich – vom Neugeborenen bis zum Kleinkind. Viele Eltern fragen sich da unwillkürlich: Braucht mein Stillkind denn schon ein Lätzchen? Bei anderen Kindern stellt sich die Frage gar nicht. Denn: Wenn dein Baby viel spuckt, hilft nur ein Tuch oder Lätzchen, damit du nicht dauernd Wechselkleidung parat haben und waschen musst.

Tuch oder Mini-Lätzchen?

Lätzchen mit Schnullerkette und PersonalisierungBabys, die ausschließlich an der Mutterburst gestillt werden, brauchen noch nicht unbedingt einen Latz. Sobald jedoch die Muttermilch oder die Pre-Nahrung über ein Fläschchen zugeführt wird, ist ein Lätzchen wärmsten zu empfehlen. Es kann gut sein, dass dein Baby abrupt aufhört zu saugen oder eine kurze Trinkpause macht und dann geht schnell ein kleiner Schwall Milch daneben.

Oder das Neugeborene hat sich übersättigt und spuckt nach dem Trinken etwas Milch wieder aus. Dafür ist es durchaus sinnvoll, ein Spucktuch griffbereit zu haben. Das kann ein einfaches Mulltuch sein – oder ein spezielles Produkt. Denn: Vielleicht wickelst du auch mit Mulltüchern und möchtest die Sachen nicht durcheinanderbringen.

Mullwindeln sind für Eltern ein echter Segen: Die großen, saugfähigen Tücher lassen sich einfach für alles verwenden und auf 60 Grad schön hygienisch auswaschen.

DIY Spucktuch: Schicke Lösung für Spuckbaby

Für Babys, die gerne mal zwischendurch spucken, kann ein Babylätzchen dennoch Sinn ergeben. Je nach Menge des Ausgespuckten kann das ein normaler Latz zum Umbinden oder Überziehen sein, oder beispielsweise ein Dreieckstuch, das es in schönen Farben und Mustern gibt. Die kleinen Accessoires halten nicht nur Babys Kleidung sauber, sondern dienen als echtes i-Tüpfelchen fürs Outfit deiner oder deines Kleinen.

Für dein DIY Spucktuch brauchst du:

  • ein Tuch, das du mit den gegenüberliegenden Ecken aufeinanderlegst

oder

  • zwei gleich große Dreiecke aus Stoff
  • Nadel und Faden beziehungsweise eine Nähmaschine
  • einen Druckknopf

Gehe nun folgendermaßen vor:

  1. Miss den Halsumfang deines Babys aus und rechne 2 bis 3 cm dazu (als Nahtzugabe, Platz für den Knopf und etwas Spiel, damit das Tuch nicht zu eng anliegt).
  2. Lege das Tuch oder die zwei Stoffdreiecke mit der Seite aufeinander, die später außen sein soll und übertrage den gemessenen Halsumfang auf die lange Seite.
  3. Rechne etwa 1 cm Nahtzugabe ein und nähe die Stoffstücke rundherum zusammen. Achtung: Lass an einer Seite etwa 5 cm aus, die nicht zusammengenäht werden, damit du das Tuch hier von innen nach außen umdrehen kannst.
  4. Drehe das Tuch um und schließe die offene Stelle mit einer separaten Naht. Damit es schöner aussieht, kannst du auch das gesamte Tuch noch einmal mit einer Naht umranden.
  5. Nun wird noch der Druckknopf an die langen Zipfelenden genäht, sodass du das Tüchlein im Nacken deines Babys schließen kannst. Nimm alternativ einen normalen Knopf – wobei hier das Knopfloch sorgfältig vernäht werden muss – oder ein Stück Klettverschluss.

Für ein selbst genähtes Dreieckstuch lassen sich prima Stoffreste vernähen. Und dabei ist es auch noch ein ganz besonderes Accessoire. Lass dein selbst gemachtes Tuch bei uns durch ein Stickmotiv oder den Namen deines Kindes verschönern – auch als Geschenk ist das übrigens eine tolle Idee.

Lätzchen für Babys und Kleinkinder
© my STITCHERY | Schöne und praktische Lätzchen für Babys & Kleinkinder

Binden, Klett oder Druckknopf: Lätzchen und ihre Verschlusssysteme 

Bei Lätzchen hast du die Qual der Wahl: Es gibt sie zum Binden, mit einem Klettverschluss und mit Druckknöpfen. Alle Verschlusssysteme haben ihre individuellen Vorteile – wofür du dich schließlich entscheidest, hängt ein wenig von deinem Kind und deinen individuellen Präferenzen ab.

Generell gilt: Lätzchen zum Binden und mit Klettverschluss sind zum einen größenverstellbar und lassen sich zum anderen leichter öffnen. Das ist ein echter Sicherheitsaspekt. Denn wenn Baby sich würgt, geht der Latz sehr einfach auf. Vorausgesetzt, du bindest das Lätzchen nicht mit einer Doppelschleife.

Das kann aber gerade bei lebhaften Kids ein Nachteil sein. Öffnet sich das Bindelätzchen zu einfach, dann reicht ein Ruck aus Kinderhand und der Latz ist lose. Mit einem Druckknopfsystem bleibt die Kleidung im Zweifel sauberer. Jedoch lassen sich Druckknöpfe schwerer öffnen. Komfortabler beim An- und Ausziehen sind Lätzchen mit Klettverschluss und zum Binden.

Abenteuer Beikost: Dank Lätzchen gewappnet gegen Klecksereien

Mit etwa sechs Monaten geht das Abenteuer los: Dein Baby bekommt nun Brei als Ergänzung zur Muttermilch oder Babyflasche. Die Beikost besteht meistens aus püriertem Obst, Getreide und Gemüse. Besonders Gemüse-Brei kann Eltern zur Verzweiflung bringen: Flecken von Karotte & Co. lassen sich ganz schön schwer auswaschen. Besser geht es mit einem Lätzchen, das den schönen neuen Strampler vor hartnäckigen Gemüseflecken schützt.

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Der Klassiker: Stofflätzchen zum Umbinden

Am Anfang kann das Baby den Löffel noch nicht selber halten. Deswegen übernehmen Mama oder Papa das Füttern. Aber auch dabei kann schnell mal was danebengehen: Das Baby dreht den Kopf, beginnt zu lachen oder presst Brei wieder hervor, weil es den Geschmack oder die Konsistenz nicht gewohnt ist. Oder weil das Schlucken noch nicht reibungslos geht. So ganz sicher ist jedenfalls nichts vor einem unverhofften Klecks.

Am besten schützen Eltern die Kleidung ihrer Beikost-Neulinge mit einem klassischen Stoff- oder Frotteelätzchen. Diese Evergreens sind unheimlich flexibel, da sie meistens ein Bändchen zum Festbinden besitzen. So müssen sie nicht individuell an Babys Größe angepasst werden und die Kleinen wachsen nicht so schnell heraus.

Außerdem praktisch: Ein Stofflätzchen hält nach dem Essen als Serviettenersatz zum Abwischen vom Gesicht her. Ob es aus normaler Baumwolle, Mull oder beispielsweise Frottee besteht, macht keinen allzu großen Unterschied. Allerdings punktet Frottee mit seiner Saugfähigkeit: Der Brei rutscht weniger leicht ab, sondern wird von den Fasern direkt aufgesaugt.

Als wir mit Beikost angefangen haben, standen wir auf einmal ganz verunsichert vor einem riesigen Angebot an Lätzchen. Nach zwei, drei Experimenten hat sich das gute, alte Frotteelätzchen als beste Alternative bewährt: Es ist einfach so schön flexibel, da relativ größenunabhängig.

Praktisch: Latz mit Auffangschale

Alternativ zum Klassiker aus Stoff gibt es Silikon- oder Plastiklätzchen, die zum Teil sogar mit einer Auffangschale aufwarten. Für Kinder, die viel Spucken, oder bei denen weniger Brei im Mund landet, als daneben, ist das nicht unpraktisch: Die Schale fängt alles sauber auf. Nach dem Essen kann der Latz in der Spüle ausgewischt werden oder lässt sich sogar in der Spülmaschine waschen.

Auch Lätzchen mit Auffangschale gibt es in vielen Farben und Mustern. Je nach Material unterscheidet sich auch die Form: Vom eher festen Plastik- beziehungsweise Silikonlatz mit gebogener Auffangschale bis zum flexiblen Synthetik-Stoff mit Auffangtasche.

Für Fortgeschrittene: Selber essen lernen mit dem richtigen Lätzchen

Wer nun meint, der Beginn der Beikost sei ein wahres Abenteuer, wird sich wundern, wenn die Kleinen unbedingt selber den Löffel halten wollen. Schließlich will ja auch erst einmal gelernt sein, den Löffel sachte in den Brei zu tunken, anstatt wild darauf herum zu klopfen. Aber keine Sorge: Auch für solche Bedürfnisse finden sich die richtigen Lätzchen.

Alles abgeschirmt: Latz mit Ärmeln

Sehr praktisch für „wilde“ Esser: Ein Latz mit Ärmeln, der sich wie ein Shirt über den Kopf ziehen oder mit einem Klettverschluss im Nacken schließen lässt. Dabei kann nichts verrutschen. Zudem sind auch die Arme vor den Klecksereien geschützt. Oft haben diese Überzieh-Lätzchen einen Gummizug im Bund, sodass auch von der Hand nichts auf Pullover oder Body in die Ärmel laufen kann.

Der Nachteil dieser Lätzchen-Variante ist der viele Stoff: Im Sommer kann es deinem Nachwuchs ganz schön warm unter einem Ärmellätzchen werden. Dann solltest du vor der Mahlzeit eine Schicht ausziehen. Besonders für Kids, die überhaupt keine Fans von Umziehen sind, ist das vor allem im hungrigen Zustand eine kleine Tortur – und unterwegs alles andere als praktisch.

Die gute Nachricht: Es gibt auch luftigere Varianten, die beispielsweise nur Arme und Bäuchlein bedecken und sich im Nacken mit einem Handgriff zuknöpfen lassen.

Lätzchen aus verschiedenen Materialien: Die Qual der Material-Wahl

Auch die Überzieher-Lätzchen mit Ärmeln sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich: Wer ein solches Lätzchen kaufen möchte, kann zwischen Regenjacken-artigem Stoff, innen beschichteten Varianten und Baumwolle beziehungsweise Frottee wählen.

Stark abfärbende Pürees (Karotte, rote Bete oder Beeren) hält ein undurchlässiger Stoff besser ab. Bedenke allerdings auch hier wieder: Je wärmer es ist, desto mehr schwitzt dein Baby. Ein atmungsaktiveres Material, wie Frottee, eignet sich gegebenenfalls besser. Solange nicht allzu viel auf einmal darauf landet, saugen die Frottee-Fasern die Breikleckse schnell auf. Zudem ist das Material widerstandsfähig und hält beim Waschen hohe Temperaturen aus.

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Patrick

Ist als zweifacher Vater mittendrin im lebendigen Familienleben und teilt hier regelmäßig seine Erfahrungen, Tipps und Tricks.

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